About

Building Social Ecology ist eine Dokumentation von sozial-ökologischen Bauprojekten und typischen Gestaltungselementen, die in diesen Projekten vorkommen. Wir haben typische Gestaltungsmuster (Patterns) herausgearbeitet, die in den Projekten häufig und in unterschiedlichen Ausprägungen zu finden sind. Die Methode basiert auf der “Pattern Language” von Christopher Alexander, Sara Ishikawa und Murray Silverstein.  Diese Methode wurde in der Absicht entwickelt, ein Werkzeug für die Planung und Gestaltung von lebendigen Städten, Gebäuden und Konstruktionen bereitzustellen (Alexander et al. 1977). In verallgemeinerter Form sind diese Muster miteinander kombinierbare, in Beziehung stehende und Synergien bildende Gestaltungselemente, die Architekten, Projektentwickler und Bewohnern als Inspirationsquelle für die Entwicklung eigener sozial-ökologischer Projekte dienen können.

Diese Dokumentation entstand im Rahmen des DBU-geförderten Forschungsprojekts “Centrum für Metropolinnovation Bratislava”, für das unter anderem bereits realisierte soziale und ökologische Beispiele analysiert wurden (“good practice”).

Das Forschungsprojekt “Centrum für Metropolinnovation in Bratislava” (CMI.BA) in “Nová Cvernovka”

Das internationale und interdisziplinäre Forschungsprojekt “Centrum für Metropolinnovation in Bratislava” (CMI.BA) hatte zum Ziel, ein sozial-ökologisches Gesamtkonzepts für den Umbau des soziokulturellen Zentrums “Nová Cvernovka” in Bratislava zu erarbeiten. Nová Cvernovka ist ein soziokulturelles Zentrum im Norden der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Es befindet sich in dem Gebäudekomplex einer ehemaligen Chemiefachschule aus den 1950er Jahren. Die  Stiftung “Nadácia Cvernovka” hat die Gebäude und das umgebende Gelände 2016 von für einen Nutzungszeitraum von zunächst 25 Jahren von der Regionalregierung gepachtet. Das Projekt “Nová Cvernovka” hat sich seit seiner Gründung zu einer wichtigen kreativen Landmarke der Kulturszene in Bratislava entwickelt.

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde eine Konzeption für die sozial-ökologische Transformation des ehemaligen Wohnheims entwickelt, die hohe ökologische Ziele mit langfristig günstigen Mieten, niedrigen Betriebs- und Lebenszykluskosten verbindet. CMI.BA soll zu einem Modellprojekt einer ökologisch und sozial nachhaltigen Gebäudemodernisierung werden, das innovative Ansätze einer partizipativen Planung, sozialen Nutzung und ökologischer Gebäudesanierung miteinander verbindet, um das erste Plusenergiegebäude in der Slowakei zu realisieren. Aufgrund der repräsentativen Gebäudetypologie hat dieses Vorhaben ein großes Übertragungspotential für ähnliche Projekte in der Slowakei und anderen europäischen Ländern.

Visualisierung der Gebäudemodernisierung © PLURAL

Handlungsfelder der Forschung und Projektpartner

Das Forschungsprojekt CMI.BA umfasst vier zentrale Handlungsfelder, welche durch die nachfolgend beschriebenen Projektpartner federführend umgesetzt wurden. 

Fachhochschule Potsdam: Integrale Planung und ökologische Bauweisen

Das “Institut für angewandte Forschung Urbane Zukunft” (IaF) ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung der “Fachhochschule Potsdam” (FHP) und wurde 2014 gegründet. Unter dem Forschungsschwerpunkt “Entwerfen – Bauen – Erhalten” werden verschiedene Fragen zu den physischen, räumlichen und sozialen Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung der gebauten Umwelt untersucht.

Innerhalb des Projekts CMI.BA leitet und koordiniert das Team der FH Potsdam die Arbeit aller Projektpartner  und erarbeitet ein ökologisches Gesamtkonzept. Ein wichtiger Baustein hierfür ist die integrale Planung, durch welche alle wichtigen Akteure frühzeitig am Planungsprozess beteiligt sind. Die FHP ist darüber hinaus hauptverantwortlich für das Zusammentragen von “Best Practice”- Beispielen und die Erstellung der sozial-ökologischen Entwurfsmuster.

Institut für kreative Nachhaltigkeit (id22): Co-Housing und soziale Innovation

id22 ist eine interdisziplinäre, gemeinnützige Organisation in Berlin, die gemeinschaftliche Wohnformen im Kontext einer nachhaltigen, kooperativen Stadtentwicklung erforscht und unterstützt. Inklusion und Selbstorganisation stehen dabei im Vordergrund. Seit vielen Jahren leistet id22 Forschungs-, Bildungs- und Netzwerkarbeit und hat zahlreiche Publikationen zu partizipativen und gemeinschaftlichen Wohnkulturen (CoHousing Cultures) veröffentlicht. Die Erarbeitung von Wohnungskonzepten und die Begleitung des Partizipationsprozesses stellen die zentralen Handlungsfelder des “Instituts für kreative Nachhaltigkeit” im Projekt CMI.BA dar. 

Passivhausinstitut Slowakei (iEPD): Plus-Energie-Gebäude

Das Passivhausinstitut (iEPD) ist eine unpolitische, freiwillige, nichtstaatliche Organisation. Als Verein fördert iEPD die Entwicklung einer nachhaltigen Architektur und Freiräumen in der Slowakei und insbesondere die Vermittlung von Informationen und Kenntnissen beim Bau von Passivhäusern. iEPD war und ist an der Durchführung von vielen nationalen und  internationalen Forschungsprojekten beteiligt. Im Rahmen des Projekts CMI.BA untersucht iEPD den energetischen Zustand des Gebäudes und entwickelt ein energetisches Konzept für den Umbau in ein Plusenergiegebäude.

Nadácia Cvernovka: Bildung und Kommunikation 

Die Stiftung “Nadácia Cvernovka” entstand mit dem Ziel, das ehemalige Industrieareal Cvernovkas in Bratislava zu sanieren und mit Leben zu füllen, indem Künstler:innen und der Öffentlichkeit soziale, kulturelle sowie finanzielle Unterstützung angeboten werden. Damit möchte die Stiftung zur Verbesserung der Lebensbedingungen und Perspektiven in der Stadt und in der Gesellschaft beitragen. Durch die Revitalisierung des Areals Cvernovka entsteht schrittweise ein Kultur- und Begegnungszentrum in Bratislava.

Die Handlungsfelder der Stiftung “Nadácia Cvernovka” im Projekt CMI.BA umfassen die Kommunikation mit Stakeholdern und öffentlichen Verwaltungen, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erstellung der Planungsdokumentation des Plusenergiegebäudes.

Quellen

Alexander, Christopher / Ishikawa, Sara / Silverstein, Murray (1977): A Pattern Language: Towns, Buildings, Construction. Oxford University Press, New York.  https://www.einemustersprache.de/